Rotel Reiseblog

Skizze einer Rotelreise

dasschlafenderotel1000

Verfasser unbekannt

Das folgende Gedicht gibt es in verschiedenen Versionen und gehört in das Vortrags-Repertoire vieler Reiseleiter von Rotel Tours. Es wurde vor vielen Jahren von einem Reisegast verfasst und am Abschiedsabend vorgetragen. Leider wissen wir nicht mehr, wer der Verfasser dieses Klassikers ist.

Übrigens – manches ist überzeichnet :)

 

Skizze einer HÖLTL Reise

 

Wer erstmalig mit gutem Mut bei Höltl eine Reise tut,

der wird es kaum im Traum erfassen,

auf was er sich da eingelassen.

 

Der Anbeginn ist meist sehr heiter,

nett ist Chauffeur und Reiseleiter.

Frisch und adrett ist noch die Bluse,

man sieht hinaus mit Freud und Muse.

 

Das Make-up stimmt und die Frisur

und draußen leuchten Feld und Flur.

Es gibt viel Zettel und Notizen

sehr wohlgeordnet vor den Sitzen.

 

Man weiß, was wo in welcher Tasche,

das Geld, der Pass, die Wasserflasche,

das Hemdchen, der BH, die Pillen,

die manch‘ Wehwechen sollen stillen.

 

In allen brennt ein heißes Feuer:

die Lust nach Abenteuer,

man träumt von Seen, Klippen, Baden.

Wisst Ihr, was Ihr Euch aufgeladen?

 

Am Abend dann in Oberaich,

da werden viele schreckensbleich

beim Anblick dieser roten Kist‘

die nunmehr unsere Heimat ist!

 

Wie schläft sich’s hier in dieser Enge?

Fragt sich mancher in der Menge!

Am Allerbesten ist es wohl,

man holt sich Mut beim Alkohol!

 

Wenn’s tagt entsteigen den Kabinen

die Leut‘ mit ganz verschiedenen Mienen:

Die einen fit und sportgestählt,

mit viel „Hallo“ und „Juhu“,

die Andern sehen betreten zu;

 

Der Waschraum ist der zweite Frust:

wer hat zum Waschen da noch Lust?

Das Wasser kalt, der Hahn, der tropft!

Der Abfluss, der ist auch verstopft!

 

Dann Schüttelfrost am Frühstückstisch,

der Kaffee lau, die Luft sehr frisch!

Noch schmerzt der Rücken bis zum Zeh…

Zitronenpulver im Kaffee …

Wie weit ach sind der Heimat Gassen,

die man voll Leichtsinn hat verlassen!

 

Wer zählt die Völker, zählt die Namen,

die hier im Bus zusammen kamen?

Und die vom Norden angefahren,

sie mischen sich mit den – Barbaren!

 

Schon leichter ist die zweite Nacht,

man ist nur zehnmal aufgewacht,

zwar taumelte man mal auf’s Klo,

jedoch ansonsten ist man froh!

 

Noch findet Seife man und Schwamm,

die Nageschere, Handtuch, Kamm!

Der Spiegel zeigt’s: Das edle Haar

legt sich noch leicht und wunderbar.

Die Bluse hat noch keinen Fleck;

und guter Laune fährt man weg!

 

Bald weiß man wie der Nachbar heißt:

Er kommt vom Norden! Ob er beißt?

Weit weg ist man schon von zu Haus

und gern streckt man die Fühler aus

nach einer gleichgesinnten Seele;

ob die vielleicht dasselbe quäle …

 

Der Süden öffnet seine Tore:

Die Jugend träumt schon von „amore“,

die Oma denkt an Ihre Enkel,

daneben bräunt man Arm und Schenkel.

Noch fallen nicht die letzten Hüllen!

Doch warte! Bald wird sich’s erfüllen!

 

Noch steh’n die Taschen akkurat,

in einer Reihe bunt und grad,

noch ging kein Damenhöschen fremd,

noch fehlt kein Handtuch, fehlt kein Hemd,

noch hat ein jeder Pass und Geld.

Juhu! Wir fahren in die Welt!

 

Jedoch an irgendeinem Tag,

da holt das Schicksal aus zum Schlag.

Zunächst hört man nur einen fluchen.

Der Arme, er scheint was zu suchen!

 

Er kann auf wenig Mitleid hoffen,

wir sind davon ja nicht betroffen!

Wir wissen ja zu jeder Frist,

wo was in unseren Taschen ist!

 

Der Hochmut kommt meist vor dem Fall:

jetzt fluchen wir und suchen all!

Wie betend knien wir vor den Taschen

umringt von Wäsche, Socken, Flaschen,

von irgendeiner süßen Speise,

die man knappert auf der Reise.

 

Das Lexikon, das gern man hätt‘

schläft stillvergnügt im Höltl-Bett,

die Zahnbürste grinst mit Hochgenuss

auf meinem Sitz im Höltl-Bus!

 

Und manchen packt der kalte Graus,

er leert die Taschen einfach aus.

Doch auch am hellen Tageslicht,

man findet was man suchet nicht!

 

Und wieder geht das Suchen an:

es fehlt der falsche Zopf, der Zahn…

Manch delikater Gegenstand

wandert im Bus von Hand zu Hand

bis er die Heimat hat erreicht

und der Besitzer jäh erbleicht…

 

Die Damenwelt ist sehr geschlaucht,

sie sucht, was sie zum Schön-sein braucht.

Sie sucht die Wickler für die Locken,

die Creme, um den Reiz zu heben,

das Rouge, die Wangen beleben,

die Lotion, die die Falten glättet,

kurz: alles was die Jugend rettet!

 

Doch schließlich endet man die Pein

und stellt gefasst das Suchen ein.

Und nun, Ihr Mannen, zeigt recht,

was echt am weiblichen Geschlecht,

und das, wenn die Fassade fällt,

nun zählt als Einziges auf der Welt

 

Die Damenwelt, die tröstet sich:

auch „Er“ ist schön nicht ewiglich.

Was stellte „Er“ doch gestern vor,

bevor die Brille er verlor.

 

Und „Der“ mit seiner tollen Mähne,

dem fehlen plötzlich ja drei Zähne,

und wie die RotelreiseTaille überhängt,

die sonst der Gürtel eingezwängt.

 

Und manches Bäuchle zeigt die Fülle,

fällt jetzt am Strand die letzte Hülle.

Was soll’s: nun sind wir alle gleich,

ob jung, ob alt, ob arm, ob reich.

 

Vom Kopf zum Zeh ist die Figur

- wie sagt man heut‘: Bio-Natur!

Und hier bei uns zählt mit der Zeit

nur noch die echte Menschlichkeit.

 

Die Freundlichkeit und der Humor

das Lachen, es kam täglich vor.

Die Toleranz, die Sympathie,

jetzt wurden sie gepflegt wie nie.

 

So gab es niemals finstere Mienen

und keiner kippt aus dem Pantinen.

Das Licht der schönsten Eintracht scheint,

wenn Rotel-Suppe uns vereint!

 

 

 

9 KommentareHinterlassen Sie einen Kommentar

  • Ja , solche und ähnliche Gedichte gibt es unzählige. Und vieles, was hier berichtet wird, habe ich auf verschiedensten Reisen auch schon erlebt. Das seltsamste Erlebnis welches ich vor ca. 20 Jahren in Australien hatte, war eine ältere Dame aus den damals noch jungen neuen Bundesländern, die sich ausschliesslich mit Melkfett gegen die Sonne eincremte und 100% davon überzeugt war, dass dies das beste Mittel gegen Sonnenbrand sei. Am 3. Tag war sie am ganzen Körper so krebsrot, dass sie ein Einsehen mit sich selbst hatte und in die Apotheke ging, aber nicht etwa , um eine Sonnencreme mit sehr hohem LSF zu holen, nein, sie kaufte sich lediglich eine Brandsalbe und brutzelte die ganzen 4 Wochen weiter in der Sonne.

  • Dem Schreiber oder Schreiberin sei Dank, ich habe lauthals gelacht bei dieser herrlichen Lektüre. Vieles spielt sich tatsächlich so ab.
    Bitte mehr davon.
    MFG Anne Reuter

  • Hallo… das ist ja eine herrliche Einstimmung auf meine erste Rotel-Tour im August in die Bretagne (Generalprobe für Südafrikatour im Dezember).
    Ich freu mich schon…. gibt’s noch mehr solcher Gedichte? LG Petra

  • Habe mich sehr gefreut, daß alles vor 35 Jahren genau so wie beschrieben war. Eine Reise quer durch die Türkei, zu Sehenswürdigkeiten an Orten wo heute leider geschossen wird. Die ganze Reise war wie ein Ausflug in eine andere Zeit. Natürlich war ich auch 35 Jahre jünger und ich habe nette Leute kennen gelernt zu denen ich noch heute Kontakte habe. 3 Jahre nach dieserTour habe ich wieder entschlossen mit Rotel zu fahren, wieder interessierten mich die antiken Stätten, nun die von Griechenland und wieder war ich begeistert. Jetzt, wo ich 75 Jahre alt bin träume ich von diesen Reisen. Wenn ich heute einen Bildband von der Türkei oder von Griechenland durchblättere, kann ich sagen, da bin ich auch schon gewesen.
    Liebe Grüße aus Köln, Werner Rohloff

Leave a Reply

Ihre Email Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert mit *